Neue Greenpeace-Studie unterstützt Forderungen nach ökologischer Forstwirtschaft am Ettersberg

Nachhaltige Waldwirtschaft verbessert Biodiversität und CO2-Bilanz erheblich

Themengebiet:
Wälder

 

Jena, 02.03.2018 – Seit Mitte 2017 unterstützt Greenpeace Jena die Anliegen der Bürgerinitiative ProEttersberg nach einer naturnahen und ökologischen Bewirtschaftung des Ettersberges. Anlass der Forderungen waren durch Schwertechnik entstandene tiefe und breite Rückegassen, die die industrielle Forstwirtschaft auch im Naturschutzgebiet Prinzenschneise einsetzte. Sie hinterließen einen plantagenartigen und ausgedünnten Wald. Jetzt erschien eine neue von Greenpeace Deutschland in Auftrag gegebene Studie, die belegt, wie wichtig nachhaltige Fortwirtschaft für die Biodiversität und den Klimaschutz ist. „Eine ökologische Waldbewirtschaftung wird in Deutschland nur auf einem Bruchteil der Fläche umgesetzt. Bundes- und Landesregierung müssen ihre Klimaziele auch in der Forstpolitik ernstnehmen und dürfen das beträchtliche Potential unserer Wälder nicht ignorieren“ sagt Ralf Klinkowski, Waldansprechpartner von Greenpeace Jena.  Bis zu 48 Millionen Tonnen CO2 könnten diese Wälder pro Jahr bei einer ökologischeren Bewirtschaftung binden – dies entspricht etwa der Hälfte des jährlichen CO2-Ausstoßes von PKW in Deutschland.

Der Wald in Deutschland steht im Spannungsfeld gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Interessen. Hier stehen die Forderungen der Forst- und Holzindustrie mehr Holz einzuschlagen denen von Umwelt- und Naturschützern entgegen, den Wald ökologischer zu bewirtschaften und mehr Wälder einer natürlichen Entwicklung zu überlassen. Dabei gibt es bereits Konzepte, die wirtschaftlich rentabel und ökologisch-nachhaltig sind. Ein Beispiel ist das für den Ettersberg geforderte Lübecker Modell.

Drei Szenarien für Deutschlands Wald – eine umfassende Studie des Öko-Instituts

Die kürzlich veröffentlichte Studie des Freiburger Öko-Instituts untersucht die Auswirkung dreier Szenarien zur Waldbewirtschaftung auf den Schutz von Klima und Natur. Im ambitionierten Szenario „Waldvision“ können sich mehr Industrieforste bis Anfang des nächsten Jahrhunderts zu naturnahen Laubmischwäldern entwickeln. Diese sind in der Regel widerstandsfähiger gegenüber Stürmen und bieten mehr Lebensraum für Tiere und Erholungsraum für Menschen. Bei diesem Szenario bindet der Wald pro Jahr im Schnitt 48 Millionen Tonnen CO2. Ein zweites Szenario schreibt die aktuelle Bewirtschaftung fort: Hier bindet der Wald im Schnitt nur 17,2 Millionen Tonnen CO2. Ein drittes Szenario analysiert die von der Holzindustrie geforderte intensive Bewirtschaftung und ergibt eine CO2-Minderung um lediglich 1,4 Millionen Tonnen pro Jahr.

Rolle der Wälder für den Kimawandel

In der weltweiten Krise des Klimawandels sind Wälder unverzichtbar für den Klimaschutz. Sie stabilisieren das Weltklima, speichern schädliches Kohlendioxid und setzen dabei Sauerstoff frei. Ungebremst wird jedoch weltweit alle vier Sekunden Wald in der Größe eines Fußballfeldes zerstört. Etwa die Hälfte des in Deutschland verbrauchten Holzes wird verbrannt: Es landet in Industrieöfen, Pellet-Heizungen und Kaminen. Aus der Bewirtschaftung des Ettersberges wird auch ein großer Teil als Brennholz gewonnen.

Die Forderungen der BI ProEttersberg nach einer nachhaltigen Bewirtschaftung für die dortigen Buchenwälder mit ihren Vogel- und Naturschutzgebieten werden derzeit in den Fachausschüssen des Thüringer Landtages diskutiert. Wer die Bürgerinitiative unterstützen will, kann sich dazu unter http://bit.ly/2ia0Sp6 informieren.

 

Mehr dazu bei Greenpeace Deutschland

 
Siehe auch www.waldvision.de.