KlimaX - Ein Rückblick

Media

Am vergangenen Wochenende führten knapp 30 Teilnehmende als Vertreter von 15 Ländern intensive Verhandlungen um den ersten weltweit gültigen Klimavertrag. In diesem von Greenpeace Jena organisierten Planspiel namens „KlimaX“ erlebten sie hautnah, an welchen Streitpunkten internationale Kooperation scheitert. Dennoch stand am Ende des Wochenendes ein fertiger Vertrag, den alle anwesenden Länder auf einigen Druck hin unterzeichneten.

Strittige Themen waren dabei unter Anderem, ob mehr Wert auf Klimaschutz oder die Anpassung an den Klimawandel gelegt werden sollte oder ob das internationale Ziel, die Klimaerwärmung auf 2° zu begrenzen, noch zu halten oder nicht doch noch zu senken ist. Dies sind Themen, die auch im Dezember bei dem Weltklimagipfel in Paris diskutiert werden. Dort soll das ab 2020 in Kraft tretende Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls verabschiedet werden, das erstmals für alle Länder weltweit gültig sein soll.

Bei dem Jenaer Planspiel gingen die Delegationen aus Ländern wie dem pazifischen Inselstaat Tuvalu, der mit dem Meeresspiegelanstieg zu kämpfen hat, mit ganz anderen Erwartungen in die Verhandlungen als Schwellenländer wie Indien oder China, die auf ihr Recht auf wirtschaftliche Entwicklung pochten. Diese Interessenskonflikte machen die internationale Klimapolitik so tückisch. Außerdem meint Arvid Jasper, einer der ehrenamtlichen Organisatoren, „Internationale Beziehungen sind Anarchie“. Denn im Druck der Verhandlungen können die Befindlichkeiten einzelner Länder wie die finanziell wichtige Einstufung Russlands als Schwellenland zum Knackpunkt werden, obwohl sie aus Beobachterperspektive im Angeischt des umfassenden Themas wenig relevant erscheinen. Unter diesen schwierigen Bedingungen müssen sich also auch die Verhandlungsführer im Dezember auf einen verbindlichen Vertrag und damit ein gemeinsames Vorgehen gegen den Klimawandel einigen.