Bewusst mit Kleidung umgehen

Ein Fall, der nicht selten eintritt: Ein überfüllter Kleiderschrank und doch nichts Passendes zum Anziehen? Dann wird es also mal wieder dringend Zeit für eine ausgiebige Shopping-Tour. Eine Studie zeigt, dass in Deutschland durchschnittlich 60 Kleidungsstücke pro Jahr und Person neu angeschafft werden, wobei über 40% dessen, was sich in deutschen Kleiderschränken befindet, gar nicht mehr angezogen wird. 5,8 Millionen Tonnen Kleidung werden in Europa jährlich weggeworfen, wovon 75% entweder verbrannt oder auf Müllkippen deponiert werden. Doch gerade dieses Konsumverhalten, das in den letzten Jahren immer häufiger an den Tag gelegt wird, hat schwerwiegende Konsequenzen für Mensch und Umwelt.

Bereits beim Anbau konventioneller Baumwolle werden Unmengen an Düngemitteln und Pestiziden ausgebracht. Bei der Produktion der Kleidungsstücke in Ländern wie China oder Indonesien kommen darüber hinaus verschiedenste Chemikalien zum Färben und zu Konservierungszwecken zum Einsatz. Zwar gibt es in Europa relativ strenge Grenzwerte für viele der Chemikalien, jedoch gelten diese nicht beim Import von fertigen Produkten. Dementsprechend kommen wir beim Tragen der unter diesen Bedingungen produzierten Kleidung in Kontakt mit den gesundheitsschädlichen Substanzen oder deren Umwandlungsprodukten, die sogar toxischer sein können, als die ursprüngliche chemische Verbindung. Aber auch die Menschen vor Ort sind diesen Chemikalien an der Produktionsstätte direkt ausgesetzt. Daraus ergibt sich eine Gefahr sowohl für den Menschen, als auch für alle anderen Organismen in der Umwelt. Denn diese schädlichen Substanzen gelangen auf vielen Wegen in die Ökosysteme der Erde und reichern sich dort an – sei es über die Atmosphäre und das Grundwasser beim Ausbringen von Pestiziden und Dünger auf die Felder oder durch das direkte Einleiten der in der Regel ungeklärten Abwässer der Textilproduktionsstätten in die Flüsse bzw. bei uns direkt vor Ort, wenn wir die Substanzen in der Waschmaschine allmählich auswaschen.

Mit der Detox-Kampagne versucht Greenpeace den Einsatz ausgewählter besonders schädlicher Chemikalien in der Textilproduktion zu unterbinden. Die bislang 31 Unternehmen, die sich dieser Kampagne angeschlossen haben, haben sich dazu verpflichtet, dieses Ziel bis 2020 zu erreichen. (Ausführliche Informationen finden Sie unter: https://www.greenpeace.de/kampagnen/detox). Doch nicht nur auf die Unternehmen kommt es an, sondern genauso auf jeden einzelnen. Denn es ist klar:

Längst ist es an der Zeit, bewusster zu konsumieren. Und dafür gibt es jede Menge Möglichkeiten!

Das können Sie tun:

- Bedarf oder Bedürfnis? Stellen Sie sich diese Frage, bevor Sie einkaufen
- Chemikalien meiden! Verzichten Sie auf Kleidung mit der Aufschrift „Vor Gebrauch waschen“, „Used look“ und schwarze Kleidung – achten Sie stattdessen auf Siegel, wie GOTS und IVN, die Ihnen die Einhaltung der Grenzwerte solcher Chemikalien, im Falle von GOTS auch während der gesamten Produktionskette, garantieren (Über verschiedene Textillabel können Sie sich im unten angehängten PDF-Ratgeber informieren)
- Second Hand kaufen oder Kleideungsstücke tauschen
- Selber machen – Stricken, Nähen, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt
- Aus Alt mach Neu – „Upcycling“ ist das neue Motto
- Qualität kaufen. Wahrhaft ökologisch ist Kleidung, die lange getragen wird - muss es immer der Saison entsprechen, statt Ihnen?
- „Grüne Mode“ kaufen – Biobaumwolle, Hanffasern, Leinen und einiges mehr sind eine nachhaltige Alternative zu Polyester und konventioneller Baumwolle
- Sagen Sie ihre Meinung – teilen Sie den Machern ihrer Lieblingsmarken mit, dass Sie diesen immensen Chemikalieneinsatz nicht befürworten – immerhin ist der Kunde das bestimmende Element für ihre Produktion!

Nützliche Internetadressen:

Hier können Sie grüne Mode erwerben:
- www.hempage.de
- www.hessnatur.com
- www.purenature.de
- www.grueneerde.com
- www.memo.de
- www.waschbaer.de
- www.avocadostore.de

Hier können Sie Kleidung weitergeben:
- www.kleiderkreisel.de
- Facebook-Flohmarktgruppen


In Jena gibt es folgende Möglichkeiten:

Secondhand Kleidung:
- Lieblingsstück (Secondhand Markenkleidung)
Bachstraße 35, Mo-Fr: 11-18 Uhr, Sa: 10-14 Uhr
- Frechdaxx (Secondhand Kindermode)
Karl Liebknecht Str. 25, Mo-Fr: 9-18 Uhr

Umweltbewusst und chemikalienfrei kaufen:
- dm (GOTS zertifizierte Babykleidung)
Leutragraben 1, Mo-Sa: 8.30-20 Uhr
- C&A (GOTS zertifizierte Kleidung)
Nonnenplan/Ecke Löbderstraße, Mo-Sa: 9.30-20 Uhr

Selber machen:
- Tausend und eine Naht (Öko-Tex 100 zertifizierte Stoffe)
Sonnenhof 1, Mo - Fr: 10-18 Uhr, Sa: 10-16 Uhr
- Nähwerkstatt
Kassablanca Turmcafé

Weitergeben:
- DRK-Fair-Kauf
Oberlauengasse 12, Mo - Fr: 10-12 Uhr sowie 13-18 Uhr (samstags geschlossen)
- Kleiderkontainer (achten Sie auf das Logo Fairwertung!)

Sie befinden sich nicht in Jena? Dann kann Ihnen folgender Link vielleicht weiterhelfen:
https://www.greenpeace.de/konsumbotschaft

Die gesamte Liste wird immer wieder aktualisiert. Wenn Sie noch weitere Adressen kennen (in Jena oder im Internet) oder generell noch Anmerkungen und Ideen zu bewussterem Klei-derkonsum haben, freuen wir uns sehr über eine E-Mail! Schreiben Sie an info@jena.greenpeace.de.

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